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Meditation, Wissenschaft und Ethik

Modell einer neurophysiologisch funktionalen Ebene einer physischen Repräsentation sämtlicher Zellen des Körpers unter den Aspekten von Symmetrie und Hierarchie in Hirnzentren. Integration von Repräsentation und Enaktivismus zu einem Modell eines "vollständigen Embodiment".

english version

Meditation-Ethik-Wissenschaft: Die Begriffs-Zusammenführung soll auf einen Zusammenhang zwischen Selbstreflektion (Meditation) und der Berücksichtigung sowohl der Gefühlsebene (Ethik) als auch dessen Einwirken auf die Verstandesebene (Wissenschaft) hinweisen. Unter dem Einfluss von Meditation soll die Wissenschaft nicht als etwas von Ethik Verschiedenem gesehen werden, welches sozusagen eine humane Kontrolle von außen benötigt. Sie erhält stattdessen die Eigenschaft, mit ethischen Prinzipien zu verschmelzen.

Hier auf diesen Seiten geht es im Besonderen um die hypothetische Bestimmung einer zusätzlichen Ebene zwischen der Ebene der Nervenzellen und derjenigen der phänomenalen psychischen Erlebensweisen. Um sinnvolle repräsentative Aussagen über die Lokalität von Hirnfunktionen machen zu können, wird die physische Aktivität vom mentalen und emotionalen Erleben (die durchaus als ganzheitliche Einheit gesehen werden sollen) zunächst künstlich getrennt, um hinterher auf spezielle Weise zusammengefügt zu werden.

Die Wissenschaft sucht nach allgemeingültigen Regeln, kausalen Zusammenhängen und Ordnung. Das Streben nach Erkenntnis und Wissen beinhaltet den Wunsch nach objektiven Aussagen, wobei subjektive Einflüsse der Forscher selbst eine vernachlässigbare Größe zu sein scheinen. Die Objektivität der Wissenschaften ist meines Erachtens ein Trugschluss, der Faktor "Mensch" wird tendentiell vernachlässigt. Wissenschaft wird von Menschen betrieben und unterliegt nicht nur gesellschaftspolitischen Faktoren, sondern auch subjektiven wie der Persönlichkeit jedes einzelnen Forschers. Die "Erste-Person-Perspektive" ist somit immer in wissenschaftlichen Arbeiten enthalten.
Diese beeinflussen vor allem die Theoriebildung sowie die Interpretation der empirischen Ergebnisse, und schränken die potentielle Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems ein. Sie streut auch nicht korrelativ um einen idealen Mittelwert, der dann idealerweise in bester Annäherung dem "objektiven" Ergebnis entspricht, sondern diese "Abweichungen" verlaufen nach biologischen, psychischen und sozialen Regeln.

Wissenschaft und Erfahrung stehen sich meines Erachtens nicht als gegensätzliche Pole gegenüber, wie VARELA (Varela et al, 1995, S.13) postuliert, sondern die Erfahrung fließt auf unberücksichtigte Weise in die Wissenschaft ein. Sie ist dabei weder neutral noch streut die "objektive Wahrheit" als subjektive Varianz um einen optimalen Mittelwert. Die etablierte Wissenschaft scheint sich nicht darin bewusst zu sein, dass und in welchem Ausmaß individuelle Einflüsse des Forschenden selbst in die Forschung fließen. Das objektive Ergebnis ist nur objektiv innerhalb einer Art individuellen "Filterblase", in Abhängigkeit der Fähigkeiten zur Transzendenz der eigenen Persönlichkeit.
Hier passt meines Erachtens gut das Konzept der "Autopoiesie", womit z.B. THOMPSON (2007) die Eigenschaft autonomer biologischer, lebender Systeme beschreibt, sich selbst zu erhalten und sich selbst zu reproduzieren: (S. 101: ..."the form or pattern of the autopoietic organization is that of a peculiar circular interdependency between an interconnected web of self-regenerating processes and the self-production of a boundary, such that the whole system persists in continuous self-production as a spatially distinct individual").
Im obigen Konzept ist ein biologisches System als Ganzes gemeint; es wird keine Aussage getroffen, inwieweit die einzelnen Teile - in Bezug auf den Menschen - also jeweils die physischen, mentalen und emotionalen Prozesse autopoietisch organisiert sind. Meines Erachtens verzerrt die Erste-Person-Perspektive die Forschungsrichtung (Dritte-Person-Perspektive) um ein artspezifisches Maß an Autopoiesie, enthalten hier vor allem in der mentalen Ausprägung. Der Begriff der Autopoiesie lässt sich meines Erachtens sehr gut auf den mentalen Anteil menschlicher Kognition anwenden, was dadurch indirekt die Richtung und Ausprägung der Forschung betrifft. Die Forschung dient somit artspezifischen Interessen unter artspezifischem Blickwinkel, nicht jedoch in objektiver Sicht.

Beispiele für mentale Autopoiesie im Gesamterlebnisbild des Menschen gibt es viele: allein die unterschiedlichen, in Zeiteinheit oszillierenden und widersprüchlichen Gedankengänge, die in der Ersten-Person-Perspektive allesamt logisch und richtig erscheinen, offenbar aber mit körperlichen Zuständen und affektiven Stimmungen korrelieren. Ein anderer Aspekt ist das bevorzugte Speichern von zu der eigenen inneren Welt "passenden" Informationen im Gegensatz zu "unpassenden", die eher vergessen oder verdrängt werden. Bedeutsam ist hier, dass das Individuum die Widersprüchlichkeit der mentalen (Schein)-Kausalitäten nicht bewusst erlebt; die mentalen Prozesse sind nicht unabhängig zielgerichtet, sondern folgen einer willkürlichem, dem eigenen "Schutz" dienenden "Grenze" der eigenen Auffassungs- und Erlebniswelt im autopoiesistischen Sinne. Was THOMPSON (2007) über die Organisation einer einzelnen lebende Zelle sagt, lässt sich auch auf die Organisation aller Aspekte des Menschen sagen: "....a cell continuously produces itself as a spatially bounded system, distinct from its medium or milieu" (S. 92).

Allein das (artspezifische) Überlegenheitsgefühl des Menschen gegenüber den anderen Lebensformen spricht für eine Autopoiesie im Denken (und ebenfalls im Handeln) des Menschen, die vermutlich dem der anderen Lebensformen entspricht wenn man sich in deren Lage versucht zu versetzen, wobei sämtliche Arten der Biospäre aufgrund ihrer unterschiedlichen physiologischen Struktur unterschiedliche verkörperte Handlungs- und Erlebenswelten besitzen müssen, in der sie selbst sozusagen mit ihren spezifischen Fähigkeiten in ihrer Selbsterfahrung im Mittelpunkt stehen. Jede Art "schützt" sich somit physisch, affektiv (höhere Lebensformen) und der Menschen (als vielleicht einzige Spezie) auch mental.

In diesem Zusammenhang finde ich den Oberbegriff "Kognitionswissenschaften" aus einer Metaperspektive sehr interessant, der sich mit den insbesondere den Menschen (also sich selbst) zugeschriebenen Kognitionen beschäftigt, also indirekt die Wahrnehmung und Bedeutung der Eigenschaft des menschlichen Denkens erhöht, was meines Erachtens unter anderem die Wahrnehmung der Funktionen des Cortex verzerrt. "Kognition" orientiert sich stark am Mentalen, auch wenn die Definitionen meist umfassender sind: STEPHAN und WALTER (2013, S.1) sehen in kognitiven Leistungen dasjenige, was komplexe Systeme befähigt, von der Wahrnehmung eines Problems zu einer entsprechenden Lösung (einschließlich möglicher Handlung) zu kommen. Eine andere Definition sieht die Kognition nicht unabhängig vom Kontext des Interagierens des Organismus innerhalb einer Umgebung über die Sinnesorgane und körperlicher Handlung (siehe THOMPSON, 2007, S.13: ...."cognition is the exercise of skillful know-how in situated and embodied action. Cognitive structures and processes emerge from recurrent sensorimotor patterns of perception and action.")
Trotzdem wird oft unterschieden zwischen Kognitionen und Emotionen (siehe THOMPSON S. 12) und damit der Begriff der "Kognition" enger gefasst und somit in die Nähe des Mentalen gerückt. Ich benutze im folgenden den weiteren Begriff, der unter Kognitionen physische, mentale und emotionale Prozesse einschließt. Außerdem fehlen mir in der Definition von Thompson die innerkörperlichen Prozesse jenseits sensomotorischer Aktion. Die sensomotorischen Prozesse bilden meines Erachtens lediglich den bewusst wahrnehmbaren Teil der Interaktion ab; jede viszerale und innerorganische Aktivität ist für mich gleichberechtigt genauso Teil des kognitiven Systems. Diese bilden eher den unbewussten Teil der Interaktion ab und sind dadurch der mentalen Erfassung in der Ersten-Person-Perspektive schwer zugänglich.

Repräsentationen werden hier nicht im klassischen Sinne als sensomotorisches Input-Output-Verhältnis zwischen einer objektiven Außenwelt und einer Abbildung in der Innenwelt gemeint, sondern als als senso-viscero-motorische Erfassung externer Stimuli, die enaktiv den gesamten Körper betreffend den menschlichen Erlebensraum bilden. Entgegen der geläufigen Interpretation als sensomotorisch, die bewusste Wahrnehmung und die bewusste Handlung betreffend, gewissermaßen "zweidimensional", wird hier der Körper in seiner Gesamtheit, "dreidimensional", das Un- und Unterbewusste einschließend, gemeint. Der Körper in seinem gesamten Volumen bildet sozusagen die Metapher für das gesamte Gehirn, der physische Input in seiner Struktur und Gesamtheit die Basis für die enaktive Herausbildung kognitiver Erlebnisräume.
"Repräsentationen" im klassischen Sinn beziehen sich nur auf das dem Bewusstsein leicht Zugängliche im Menschen, dem Offensichtlichen; hier beziehen sich der Begriff der Repräsentationen auf sämtliche Körperregionen, den gesamten Körper umfassend, unabhängig von Bewusstheit. Das Unbewusste wird als ständig präsent angenommen, neuro-physisch hierarchisch ohne strukturellen Unterschied. Repräsentationen erhalten somit etwas Abstraktes und sind meiner Meinung nach durchaus kompatibel zum Konzept des Enaktivismus.
Im klassischen Sinn entsprechen sie lediglich einer "entkörperten unachtsamen Reflexion"(VARELA et al, 1995, S. 51), einem Denken ohne Einbeziehung des eigenen Körpers. Im Gegensatz dazu bezieht sich die "achtsame verkörperte Reflexion" auf die "Beziehung zwischen Körper und Geist in der wirklichen Erfahrung" (S. 53).

Da die enaktive Verkörperlichung auf der Ebene des Gehirns eine Metapher der Struktur des gesamten Körpers enthält, sind mittels geeigneter diagnostischer Langzeit-Messverfahren an der Oberfläche des Kopfes Aussagen über die individuelle Funktionsfähigkeit des somatopsychischen Systems in Bezug auf den gesamten Körper möglich: über empirisch ermittelte lokalisierte Datenmuster im Verhältnis zu unterschiedlichen Situationen (intraindividuell) sowie im Verhältnis zu einer Population (interindividuell).

Tao-Symbol auf das Verhältnis Wissenschaft-Mensch bezogen "Verhältnis Wissenschaft - Mensch, Betrachtung der Dritte-Person-Erkenntnis aus der Erste-Person-Sichtweise, deren Erkenntnisfähigkeit eigenen autopoietischen Einflüssen unterliegt"

Die bestmögliche Überwindung liegt in der individuellen persönlichen Förderung jedes einzelnen Forschers als Bindeglied der Wissenschaften, nicht nur auf der kognitiven Ebene, sondern im Sinne einer Ganzheitlichkeit sowohl emotional als auch in der Ausbildung einer Reflexivität.
Eine Methode hierzu ist auf individueller Ebene die Meditation und programmatisch eine strenge Ethik, um sowohl die Wissenschaften auf eine positive Zielrichtung festzuschreiben als auch persönliche Energien frei zu setzen. Aber nicht der optimierte Mensch passt sich an "die" Wissenschaften an; sie selbst werden durch den Aspekt der Ganzheitlichkeit transformiert und optimiert.



Cortex:
- Funktionsweise aus ganzheitlicher Sicht unter Einbeziehung der Innenorgane - Annahme primärer und nachfolgender Zentren der inneren Organe - Annahme gleichberechtigter, neurologisch exoderm-, entoderm- und mesoderm zuschreibbarer Körperbereiche - Annahme konvergenter und divergenter Repräsentationen des Körpers im Gehirn - Annahme der Vorrangstellung somatischer vor psychischer Lokalisation und Infragestellung der Theorie neuronaler psychischer Korrelate -



Das Gehirn steht hier exemplarisch für den oben genannten unbewussten Interpretationsweg und die Richtung der Forschung in den Wissenschaften. Hier sollen jetzt lediglich die empirischen Ergebnisse der Hirnforschung, die bereits vorliegen, unter anderen Prinzipien bewertet und geordnet werden. Diese sind Symmetrie, Kongruenz, Analogie und Hierarchie. Sie sollen zu einem ganzheitlichen Modell zusammengefügt werden - wohl wissend, dass dem jetzt vorherrschenden Modell ebenfalls eine Vorab-Grundannahme über ein bestimmtes Menschenbild, einer erwarteten Funktionsweise, zugrunde liegt. Um das zu verdeutlichen, wird hier das Kapitel "Cortex", um das es eigentlich geht, eingebettet in Kapitel, mit denen es nicht im Zusammenhang zu stehen scheint.

Die Wissenschaft wird hier in ihrem Versuch, die Realität nach objektiven Kriterien zu untersuchen, eingeschränkt gesehen durch die subjektive Begrenztheit ihrer einzelnen Glieder (im engeren Sinne der Forscher selbst). Meditation soll hier in ihrer im Rahmen der Wissenschaft wohl ausschließlichen Untersuchung als Objekt kritisch gesehen werden. Stattdessen wird sie in diesem Rahmen als individuelle Möglichkeit betrachtet, die subjektive Wahrnehmung zu erkennen, um dadurch die Flexibilität und Effektivität der Wissenschaft erhöhen zu können. Ethische Prinzipien sollen dabei als ein unerlässliches Werkzeug gelten, um unter anderem Tierversuche zu vermeiden.

Hier soll nur grob ein Zusammenhang zwischen den drei Entitäten hergestellt werden, am ausführlichsten im Abschnitt "Cortex". Interessant wäre meines Erachtens eine Ausdehnung auf andere Wissenschaftsbereiche.





Die Veröffentlichung dieser alternativen Überlegungen zu einem übergeordneten Funktionieren des Cortex lässt sich meines Erachtens am besten durch eine Homepage erreichen, unabhängig von wissenschaftlichen Organisationen, und um sie ungestört in Beziehung setzen zu können zu den Bereichen, in die sie für mich eingebettet sind: Meditation, Wissenschaftstheorie und Ethik. Das Medium "Homepage" ist flexibler, weil es veränderbarer ist und eine weitgehende Unabhängigkeit in der Assoziation von festgelegten Strukturen erlaubt.


In übergeordneter Weise geht es hier auch um eine transzendente Beschreibung von Ernährung und Verdauung in einer ganzheitlichen Sicht - innerorganismisch und für das Verhältnis der Arten untereinander.
Für mich besteht hier eine Ähnlichkeit zum anthroposophischen Wissenschaftsverständnis; dieses ist mir aber nicht universalistisch genug mit ihrer Bevorzugung des christlichen Glaubens, der Betonung "Geisteswissenschaft" und dem Konzept eines "Geheimwissens". Mir fehlt die Ausrichtung auf sämtliche Religionsrichtungen, alle Wissenschaftsbereiche und ich sehe kein Wissen, welches intellektuell nicht vermittelbar wäre. Ein Geheimnis läge meines Erachtens lediglich im Übersetzen vom intellektuellen Erfassen zum "Verstehen".
Vor 25 Jahre kam mir während einer Meditation die Idee, bei den Theorien über die Funktionsweise des Cortex wurden die Innenorgane "vergessen" - sie nehmen den Platz ein, der "Assoziationszentren" zugeschrieben wird und komplettieren damit unter Erweiterung der Theorie der Einteilung in primäre und sekundäre Zuordungsbereiche von LURIJA (1992)* den gesamten Cortex als eine primär physiologische Informationen verarbeitende Einheit.
Mit dem inneren Gefühl, diese Gedanken nur weitergeben zu können, wenn ich mich gleichzeitig gegen Tierversuche einsetze, habe ich bis jetzt gebraucht, um endlich diese Struktur zu finden. Damit hat sich letzten Endes auch der Fokus verschoben: es geht nicht mehr vorrangig darum, eine bestimmte Theorie zu veröffentlichen, sondern sich für eine ethische, selbstreflektierende Wissenschaft einzusetzen.



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* Literaturverzeichnis siehe Ende Abschnitt "Cortex"